Trachten Greif

Mathias Leidgschwendner & Fasson

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Dieser Blogbeitrag liegt uns ganz besonders am Herzen.

Im Mittelpunkt des Beitrags steht der Gewinner des German Design Awards, der Herausgeber des Magazins „Fasson“. Der Grafiker und Fotograf Mathias Leidgschwendner aus Hausham. Mit seinen 28 Jahren hat er mit viel Einsatz und Herzblut das genannte Magazin geschaffen und wohl verdient jetzt diesen Preis gewonnen.

Mathias Leidgschwendner

Mathias Leidgschwendner

Fasson VOL IV

Fasson VOL IV

Wir freuen uns immer aufs Neue besondere Konzepte, ausgefallene Produkte und einzigartige Menschen zu entdecken und kennen zu lernen. Diese eint oft die Idee, etwas individuelles, schönes und vor allem neues erschaffen zu wollen. Abseits vom lauten Mainstream für  diejenigen, die zwischen den Zeilen lesen können und die durch die leisen Töne berührt werden.
Ein solches Projekt mit der richtigen Energie ist die „Fasson“. Der Hang zum Perfektionismus gepaart mit unermüdlichem Entdeckergeist auf der Suche nach dem idealen Magazin macht Mathias Leidgschwendner und seine Fasson zu etwas ganz besonderem. Mathias Leidgschwendner schafft es in diesem Magazin unterschiedlichste Themen zu verbinden als ob diese schon immer zusammen gehören. Wie er persönlich seinen Anspruch definiert, erfahren Sie im folgenden Interview.


INTERVIEW MIT MATHIAS LEIDGSCHWENDNER

Was ist für dich Heimat?

"Wenn ich an Heimat denke, denke ich zuerst an meine Familie und an die Menschen die mir viel bedeuten. Heimat ist für mich aber auch ein Ort, die Gegend in der ich aufgewachsen bin, ein Rückzugsort vielleicht sogar, die Orte an denen man sich Geborgen fühlt. Ich denke das ist es, egal ob ein Ort, ein Mensch oder eine Erinnerung, Heimat bedeutet, auch wenn ständig im Wandel, sich geborgen zu fühlen."
 

Was verbindest du mit dem Wort Ästhetik?

"Ästhetik ist für mich in jedem Fall mehr als Schönheit. Es geht bei Ästhetik um etwas Wesentliches, das sich viel mehr in der Grazie eines Balletttänzers oder in der Bewegungen eines Kleides ausrückt. Zur Ästhetik gehört für mich etwas Feines und Zartes, das genau das Gegenteil von Oberflächlichkeit ist und viel mit Gefühl zu tun hat."
 

Woher gewinnst du deine Inspiration? Was bedeutet für dich Inspiration?

"Ich bin ein sehr visueller Mensch, kein Magazin oder Bildband ist vor mir sicher. Wenn ich etwas sehe, das mich fesselt, dann beginnt ein Prozess, den ich selbst nicht richtig steuern kann und der mich immer wieder selbst überrascht. Ich sehe etwas, und mir fällt etwas dazu ein. Das kann eine Farbe sein, ein Bild, ein Film, eine Kollektion.... das hat dann auch etwas mit Intuition zu tun."
 

Was ist Intuition? Gespür? Dasselbe?

"Intuition ist definitiv etwas anderes als Gespür. Wie gesagt: Intuition ist schon etwas wenig Rationales. Etwas, das wie eine Assoziationskette in mir abläuft. Eine Kombination aus Gesehenem, Gedachtem, Erlebten. Gespür dagegen hat etwas von Jagen: Man hat sofort ein Gefühl und weiß, was etwas bedeutet und was es braucht. Wie ein versteckter Hinweis, wie eine Spur im Schnee …"

Wir würdest du deinen Stil, deine Arbeit beschreiben?

"Meinen Stil würde ich als konzentriert beschreiben - dabei hat meine Arbeit jedoch einen deutlich intuitiven Touch. Ich mag keine großen aufwändigen Dekorationen, kein Brimborium, lieber zurückhaltend und unaufgeregt. Am liebsten fotografiere ich mit der Kamera frei Hand und bei Tageslicht. Ich suche das Wesentliche - und da auch durchaus in dem Sinn, dass ich das Wesen eines Menschen einfange. Und ich bevorzuge Schwarzweiß-Aufnahmen, weil sie klarer sind. Die fasson ist auch kein Glamour-Magazin - das sieht man schon am Papier: kein Hochglanz, keine schreienden Farben, keine übertriebenen Gesten. Obwohl ich ungeduldig bin, habe ich ein gutes Gespür für Ruhe und Kraft. Wenn ich sehe, dass sich ein Mensch entspannt und wie man so schön sagt, "in seiner Mitte ist", dann entsteht Vertrauen und dann beginne ich zu arbeiten."
 

Hast du privat/beruflich Vorbilder? Menschen die dich, oder das was du tust und wer du bist, prägten?

"Natürlich haben mich zuallererst meine Eltern beeinflusst. Ihr Verständnis und ihre ganz selbstverständliche Toleranz haben mir ermöglicht, mich ganz angstfrei zu entwickeln. Beruflich habe ich keine direkten Vorbilder. Aber ich bewundere zum Beispiel Peter Lindbergh und seine unglaublich intensiven Schwarzweiß-Aufnahmen. Ich mag die Mode, die Raf Simons für Dior kreiert hat – so elegant und dabei so klar und rein. Wenn ich genau nachdenke würde ich wohl am ehesten Carine Roitfeld als ein Vorbild bezeichnen, die nach 10 Jahren Chefredaktion der französischen Vogue ihr eigenes Magazin „CR Fashion Book“ gegründet hat und damit halbjährlich ein Coffee-Table-Magazin der Extraklasse veröffentlicht. Das alles ist natürlich ziemlich hoch gegriffen ist..."


Ein kleiner Einblick zum Making-Of für die aktuelle Ausgabe.

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