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Fasson Faces: Alexandra Keil und ihre Liebe zur Tracht

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„Mit jedem Dirndl trägt Frau auch ein Stück Lebensgefühl“. Leichtigkeit und Tracht nicht als „anlassbezogene Verkleidung“ zu empfinden, sind der Geschäftsführerin von Trachten Greif besonders wichtig. Mit fasson spricht die Dirndl-Expertin über echtes Handwerk, ihre Heimat und das perfekte Dirndl.

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Hier das Interview mit Alexandra Keil

Alexandra, wie finde ich das perfekte Dirndl. Auf was muss ich achten? 
Gute Beratung und Bauchgefühl. Man muss sich wohl fühlen. Der Schnitt und die Rocklänge müssen die Vorzüge der Figur betonen. Wählen Sie Farben, die Sie auch sonst gerne tragen. Mögen Sie es modisch bunt und extravagant, dann mixen Sie Muster, Farben und Stoffe. Sind sie eher der schlichte Typ, dann entscheiden Sie sich auch beim Dirndl für die einfachere Variante. Es gilt die Faustregel: Weniger ist oft mehr. Die Trägerin des Dirndls sowie ihre Persönlichkeit sollen wirken. 
 

Was zeichnet echtes Handwerk aus? 
Der Einzelne bringt sich selbst und sein Gespür, sein Gefühl in das Endprodukt mit ein, wodurch dieses unverwechselbar wird und für den Kunden einen zusätzlichen, nicht in Zahlen auszudrückenden, Mehrwert bekommt. 


Was ist deiner Meinung nach das Besondere an der bayerischen Tracht? 
Das sie in breiten Teilen wieder gelebt wird. 
 

Wie bleiben Traditionen lebendig und lassen sich in die aktuelle Mode übersetzen? 
Stadt und Land haben sich schon immer gegenseitig befruchtet und beeinflusst. Schnitte und Linienführungen ändern sich zwangsläufig, da sich die Figuren der Menschen über die Generationen hinweg verändern. Wichtig ist, den Kern der Tracht zu wahren, ein Gespür für die Thematik mitzubringen und behutsam damit zu spielen. Mir persönlich am Herzen liegt, dass das Kleidungsstück vom Einzelnen gerne, selbstverständlich und natürlich getragen wird, ohne es als anlassbezogene Verkleidung zu empfinden. Je alltagstauglicher, unkomplizierter und unaufgeregter, desto öfter wird Tracht getragen und desto lebendiger bleibt die Tradition. 

Wie viele Dirndl hängen in deinem Schrank? 
Ich habe sie tatsächlich noch nie gezählt. Allerdings habe ich zu jedem eine Geschichte, weshalb ich mich nur schwer von einem trennen kann. Ich glaube von außen betrachtet, würde wohl jeder zustimmen, dass es mich ohne meinen weißen Spenzer im Sommer und auf der Wiesn selten zu sehen gibt. Zu dem kombiniere ich dann sowohl alte Seidenbrokatröcke von der Oma, als auch modische Röcke aus unseren Kollektionen. Leichtigkeit ist mir bei meinem Lieblingsdirndln am Wichtigsten.


Was bedeutet Heimat für dich und was liebst du besonders an ihr?
Für mich ist Heimat ein Gefühl von Wärme, Selbstverständlichkeit und Dankbarkeit – nicht unbedingt ortsgebunden definiert. Ganz besonders liebe ich die Ruhe der Berggipfel.


Was hat dich in deinem Leben am meisten geprägt?
Schwer zu sagen. Das Zusammenspiel aus der Suche nach dem Heimatgefühl, das Erwachsenwerden mit all seinen Facetten, mein Freundeskreis, der zum Teil stark am Tegernsee verwurzelt ist, einzelne Weggefährten und meine Oma.


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Gemacht für die Zeit, in der Zeit keine Rolle spielt.


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